Ein Bericht von Roland Sommer:
Das ist historisch! Der TuS Sundern ist Deutscher Mannschaftsmeister der Schüler! In Bissendorf in der Nähe von Osnabrück bezwangen Sunderns Schüler den Nachwuchs des Drittligisten TTC Seligenscheid am Ende souverän mit 6:2.

Deutscher Mannschaftsmeister der Schüler: TuS Sundern!

Es jubeln: Felix Teiner, Bastian Steeg, Luca Sanchez, Max Fortmann und Veit Bonrath

Danach gab es nur noch eine riesige Feier mit den zahlreichen mitgereisten Fans, die eine unglaubliche Stimmung in die niedersächsische Sporthalle zauberten. Jugendwart Jens Heinemann war überglücklich: „Es war einfach das perfekte Wochenende für uns. Die Jungs waren absolut fokussiert auf das große Ziel, haben in den wichtigen Spielsituationen immer die richtige Entscheidung getroffen. Und auch unsere Fans waren sagenhaft und sind vom ersten bis zum letzten Ballwechsel des Turniers voll mitgegangen."

Für den TuS war im Vorfeld schon die Teilnahme an der Deutschen Meisterschaft ein großer Erfolg. Schließlich hatte man dafür NRW-Meister werden und den deutschen Rekordmeister Borussia Düsseldorf im Finale bezwingen müssen. Im Teilnehmerfeld standen den Spielern aus dem Röhrtal dann große Namen gegenüber wie Hertha BSC Berlin und Hannover 96, beide aus dem Fußball bekannt. Ansonsten traten in Bissendorf eher die Nachwuchsvertretungen großer Tischtennisclubs an: Der Nachwuchs des Erstligisten aus Kolbermoor, des Drittligisten TTC Seligenstadt, der Oberligisten Weitefeld und Dresden und des Regionalligisten FT Freiburg. Und mittendrin der TuS Sundern.

Los ging es am Samstagmorgen um 9 Uhr mit der Partie gegen Hertha BSC Berlin. Die Hauptstädter waren mit einer starken Mannschaft angereist und hatten sich im Vorfeld den Sprung auf das Treppchen zum Ziel gesetzt. Dementsprechend groß war der Schock, als Veit, Basti, Luca, Felix und Max den Hauptstadtclub mit 6:0 im Schnelldurchlauf abgefertigt hatten. Der Hertha-Coach ließ sich aber nicht unterkriegen und versprach: „Im Finale sehen wir uns wieder.“ Fast hätte er Recht behalten. Am Ende reichte es für die Hertha noch zu Platz 3. Nach diesem furiosen Start war die Euphorie im Sunderner Lager schon so groß, dass Chefcoach Martin Adomeit und Abteilungsleiter Roland Sommer die Mannschaft bremsen mussten.

Im zweiten Match ging es dann gegen den FT 1844 Freiburg weiter. Die Gegner hatten die Auftaktpartie gegen DJK Kolbermoor zwar knapp verloren, dabei abeBastian SteegBastian Steegr trotzdem einen starken Eindruck hinterlassen. Mit großem Respekt und voller Konzentration ging es also weiter. Schon in den Doppeln trumpfte der TuS aber dermaßen auf, dass schon früh der Widerstand des Gegners gebrochen war. Als Bastian und Veit am oberen Paarkreuz auch noch die beiden Spitzenspieler aus dem Breisgau bezwangen war der TuS nach dem zweiten 6:0-Erfolg in Serie schon für das Halbfinale qualifiziert. Im letzten Spiel gegen Kolbermoor ging es um den Gruppensieg, um dem Sieger der anderen Vorrundengruppe im Halbfinale noch aus dem Weg zu gehen. Voll konzentriert ging es an die Tische, es folgte das nächste 6:0.

Abends konnte man dann beobachten, wie sehr die junge Mannschaft den größten Erfolg der Vereinsgeschichte wirklich wollte. Während die mitgereisten Zuschauer und Fans in Osnabrück den Halbfinaleinzug feierten, verabschiedete sich die Mannschaft schon um 21:30 ins Bett um am Sonntagmorgen topfit um 6 Uhr zum Joggen vor dem Hotel zu stehen. So viel Ehrgeiz und Disziplin konnte natürlich nur belohnt werden.

Bezeichnend für das Wochenende war, dass die ersten beiden Mannschaften am Sonntagmorgen in der Sporthalle der TuS Sundern und Hannover 96 waren, die im Halbfinale aufeinander trafen. Beide Teams waren hochmotiviert, die Leistungen des TuS am Vortag hatten bei den Favoriten aus Niedersachsen allerdings schon großen Eindruck gemacht. Bis auf Spitzenspieler Rabaev glaubte keiner der Landeshauptstädter so richtig an einen Erfolg. So konnte auch nur Rabaev doppelt punkten. Ansonsten spielte der TuS aber wie aus einem Guss. Besonders die Doppelleistung von Veit und Basti ließ alle Beobachter mit der Zunge schnalzen. Gegen Rabaev/Misera, immerhin die beiden stärksten Hannoveraner, gerieten die beiden nicht ein einziges Mal wirklich in Schwierigkeiten und siegten souverän mit 3:0. Am Ende stand es somit 6:2 für den TuS. Das nächste deutliche Ergebnis, auch wenn der Spielverlauf insgesamt deutlich knapper und spannender war. Besonders imponierend, auch für die Zuschauer in Bissendorf, war die Fairness, mit der die Sunderner Jungs sich auszeichneten. Nicht nur einmal korrigierten sie freiwillig Fehlentscheidungen der Schiedsrichter zu ihren Ungunsten und verloren vielleicht auch dadurch zwei Einzel im Turnierverlauf.

Am Nachbartisch hatte der TTC Seligenstadt im anderen Halbfinale mit der Hertha aus Berlin deutlich mehr Schwierigkeiten, als der TuS Sundern am Tag zuvor. Erst im letzten Einzel setzte sich der TTC knapp mit 6:4 durch. Im Falle eines Unentschieden hätte Hertha aufgrund der besseren Satzdifferenz die Partie gewonnen. Es hieß also TTC Seligenstadt – TuS Sundern im Finale um die Deutsche Meisterschaft.

Zu Beginn gab es die erste kleine Überraschung. Der TTC Seligenstadt hatte in den beiden Tagen in Bissendorf scheinbar so viel Respekt vor der Sunderner Mannschaft bekommen, dass sie die Doppel tauschten und die beiden besten Spieler gegen das Sunderner 2er Doppel stellten. Der Plan ging allerdings überhaupt nicht auf. Luca und Felix spielten dermaßen stark, dass die beiden Seligenstädter vollkommen chancenlos blieben und nach einer richtigen Klatsche desillusioniert vom Tisch gingen. Umgekehrt blieben allerdings auch Veit und Basti weit unter ihren Möglichkeiten und verloren ebenfalls deutlich. Abteilungsleiter Roland Sommer: „Beide favorisierten Doppel kamen mit dem Druck im allerersten Finale einer deutschen Meisterschaft für die jeweiligen Spieler nicht klar. Das war einfach zu viel für die jungen Spieler.“ Zum Glück für den TuS fingen sich die Sunderner aber deutlich schneller wieder, als ihre Kontrahenten. Mit Vollgas gingen Basti und Veit in die wichtigen Auftaktpartien und überrollten ihre Gegner nahezu. Die Entscheidung zugunsten des TuS fiel einfach durch den größeren Willen zum Sieg und den größeren Mut in knappen Situationen. Den einzigen Einzelpunkt für die Hessen musste Luca Sanchez trotz großartiger Leistung noch zulassen. Damit endete das Spiel mit 6:2 und der Jubel beim TuS Sundern kannte keine Grenzen.

Ein glücklicher Coach Martin Adomeit fasste das Wochenende kurz nach dem Ballwechsel so zusammen: „Das ist ganz groß. Es war einfach ein perfektes Wochenende. Die Jungs haben das klasse gemacht. Wir mussten unsere eigentliche Stärke, die Ausgeglichenheit des Teams, kaum ausspielen. Da hatten wir eigentlich immer schon gewonnen. Wir sind mit jeder Situation klargekommen, waren eine faire Mannschaft und haben auch noch die Spiele klar gewonnen. Supergut war, dass die Jungs ihr Optimum auf den Punkt abrufen konnten. Ein Finale ist immer nochmal etwas anderes, als jedes andere Spiel!“

Am Sonntag wurde noch bis in den Abend hinein gefeiert, erst in Bissendorf, anschließend in Sundern. Als Deutscher Meister muss man eben auch feiern können.

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